Gasthaus "Zur Mitte"

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Rowen
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Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Rowen »

Das Gasthaus "Zur Mitte" ist ein kleines, eher unauffälliges Gebäude an der Kreuzung der Brückenstraßen und dem Weg nach Grauwacht. Seinen eigentümlichen Namen erhielt es dadurch, dass es sich in der Mitte befindet - sowohl die Mitte der Graubuchtinsel, als auch die Mitte zwischen Licht- und Schatteninsel. Hier kommen täglich allerlei unterschiedlichste Reisende aus allen Teilen der Inselwelt zusammen, die eine warme Mahlzeit oder ein Dach über dem Kopf suchen und dafür nicht bis nach Grauwacht laufen wollen.

Gerüchten zufolge ist das unscheinbare Häuschen sogar älter als Grauwacht selbst.
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Lilliana
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Re: Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Lilliana »

Straße südlich von Grauwacht --->

Da sie sich gut auskannte war sie schnell an dem unscheinbaren Gasthaus angekommen. Die Magierin kannte das Gasthaus und die alten Besitzer. ein manchmal sehr hart erscheinendes Pärchen, aber sie hatten auch ein gutes Herz.
Letzteres hat sie vor allem in Wolfsgestalt erfahren. Nach anfänglicher Skepis hatte Lilli schnell das Herz des Wirtpaares erobert und konnte jedes Mal ein Stück vom guten Fleisch und einen warmen Platz ergattern.

Natürlich wurde sie auch als Elfe ordentlich bewirtet, aber es war dennoch ganz anders. Vermutlich auch weil keiner wusste das der Schattenwolf und die Elfe ein und die selbe Person waren. Nun gut, das Gasthaus hatte auch den Ruf das man hier unbeschwert essen und auch nächtigen konnte ohne das einem zu sehr auf den Leib gerückt wurde...Nun meistens jedenfalls.
Wenn man wollte blieb man ein unscheinbarer Gast.

Schnaufend kratzte sie an der Hintertür, ein mürrisches Gesicht riss die Tür auf wurde bei ihrem Anblick aber gleich etwas netter.

"Na du kleine Streunerin, auch mal wieder da?"

wurde sie begrüßt und durfte sogar gleich mit hinein.

Bisher schien das Gasthaus noch nicht zu voll, aber das konnte sich im Laufe des Abends ändern. Wie bei ihren letzten Besuchen nahm Lilliana den Platz nahe dem einzigen Kamin im Wirtsraum ein und beobachtete den Trubel. Immer wieder wanderte ihr Blick zur Tür wo sie damit rechnete das eigentlich jeden Moment ein bekanntes Gesicht herein treten würde.

Die Wirtsleute hatten zwar selber auch Hunde zum Schutz aber so ein Schattenwolf machte mehr Eindruck und sorgte meist auch dafür das sich die Leute etwas mehr benahmen. Nun ja meistens.
Vielleicht war auch das der eigentliche Grund warum die Wölfin ein gern gesehener Gast war. Lilliana hatte sich nie darum Gedanken gemacht. Die Wirtsleute waren nett zu ihr, es gab umsonst gutes Essen und falls nötig hatte sie auch Schutz.
Rowen
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Re: Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Rowen »

[Rowen kommt von hier]

Es war schon irgendwie seltsam, dass Rowen ausgerechnet hier, mitten in der Pampa, über so eine Spelunke wie diese da stolperte. Ganz zufällig auch noch. Aber der Tag hatte ja schon seltsam angefangen, warum sollte es dann nicht noch so weitergehen? Wie auch immer. Er hatte bestimmt schon schlechtere Buden besucht. Und als der Elf durch die Tür trat und ganz unauffällig die Lage erfasste, war er schonmal positiv überrascht, dass dieser Laden nicht bis unters Dach mit Schlägern gefüllt war. Auch wenn da trotzdem so einige seltsame Gestalten hockten, wie die abgerissenen Wanderer hinten am Ecktisch die Karten spielten. Hm, vielleicht später... überlegte der Dieb und wollte sich erst einmal etwas zu essen besorgen. Doch auf dem Weg dahin...
wie war das noch mit seltsame Gestalten? Da hinten am Kamin lag doch tatsächlich...

„Na wer hat sich denn da versteckt?“ meinte der Elf grinsend. „Hier gehörst du also her. Erklärt einiges, ja.“ War bestimmt ein guter Wachhund... und komische Leute gewohnt, weswegen er davon absah, einen schrägen Elfendieb wie ihn anzufallen. Nun gut. Damit war das Mysterium auch geklärt und Rowen besorgte sich erst einmal ordentliche Verpflegung und eine Bleibe für die Nacht.

Die haben gutes Bier hier... schloss er dann schließlich, als er mit Essen fertig war und sich doch schon ein wenig angetrunken und mutiger fühlte. Irgendwie war ihm nach etwas Zeitvertreib und so wankte der Elf rüber an den Ecktisch und bat darum, doch eine Runde mitspielen zu können. Rowen schauspielerte sich dabei betrunkener als er war und auch wenn die Abenteurer anfangs nicht wirklich begeistert schienen, ließen sie ihn doch mal eine Runde mitmachen in der Hoffnung auf schnelles Geld. Und der scheinbar Besoffene verlor auch brav einige Runden, damit sich die Leute nicht mehr an seiner Gesellschaft störten. Währenddessen bestellte sich der Elf allerdings ein Bier nach dem anderen, sodass seine Trunkenheit nach einer Weile nicht mehr nur Show war.
Doch davon ließ er sich nicht aufhalten und im Gegenteil, je betrunkener er wurde, desto besser schien er zu werden und desto mehr Glück schienen ihm die Karten zu bringen.

Schon bald fluchten und schimpften die Abenteurer immer lauter quer durch den ganzen Raum, während sie wieder und wieder von einem besoffenen Elfen abgezogen wurden und sich vor ihm ein immer größerer Stapel an Münzen auftürmte. Rowen allerdings war sichtlich erheitert und wusste gar nicht so recht, was er mit dem ganzen Zeug anstellen sollte. Auch dann, als er am Ende des Nachmittags sogar noch einen komischen alten Fetzen Papier erbeutet hatte, nahm er kaum Notiz davon. „Eeeeeen g-g-guter... ggutes Spiel“, hickste er schließlich als er wankend aufstand, dabei fast den ganzen Tisch umkippte weil er dagegen stieß, und sich dann sichtlich unbeholfen bemühte, seine erbeuteten Schätze irgendwie in seine Tasche zu stopfen.
Eigentlich sollte man ja denken, dass Rowen dabei zumindest eine der drei Taschen treffen würde die da vor seinen Augen ineinander verschwammen, doch seltsamerweise landete doch ein Großteil der Münzen auf dem Boden. Wie... seltsam... Doch der Elf musste dennoch darüber lachen, sowie über alles andere auch. Zumindest den eigenartigen Zettel hatte er eingepackt, in der selben Sekunde allerdings schon wieder vergessen. „Näääahhh... h-h-holt eeeuch neeeeeen Bier... gutes Bier hier h-h-h...“ lallte er noch zu seinen Tischgenossen, während der Großteil der Münzen noch auf Tisch und Boden verteilt lag und sich die Abenteurer daran machten, alles aufzusammeln und dann mit ärgerlichen Blicken aus dem Gasthaus zu verschwinden.

Rowen hingegen bemühte sich, schwankend den Weg zu seinem Zimmer zu finden. Dabei musste er sich allerdings ständig an Wänden, Tischen und Stühlen festhalten um nicht umzukippen. Und vermutlich würde er auch über den großen schwarzen Hund stolpern, der da irgendwo herumlag...
Falls es der Elf dann irgendwie in sein Zimmer schaffen würde, würde er aufs Bett fallen und einfach da liegenbleiben.
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Lilliana
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Re: Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Lilliana »

Da!
Irgendwann ging die Tür zu der Spelunke auf und es trat ein alt bekanntes Gesicht ein. Auch er sah sich, wie schon sie vorher, unaufällig um. Und obwohl sich das Gasthaus inzwischen etwas gefüllt hatte, schienen die Gäste bisher ganz in Ordnung, oder zumindestens ruhig für den Moment. Der Abend war schließlich noch jung.

"Na wer hat sich den da versteckt."

schallte es plötzlich an ihr Ohr, und der Elf welcher eben noch an der Tür war stand plötzlich deutlich näher und sah sie direkt an. Wo war sie nur mit ihren Gedanken gewesen das ihr das entgangen war.
Nun der Dieb kombinierte logisch und kam dennoch zum falschen Schluss, wie dem auch sei für ihn war es geklärt und auch Lilliana machte keine Anstalten irgendwas an seiner Vermutung zu ändern.

Der Schattenwolf behielt seinen mächtigen Kopf den Abend über großteils auf den großen Pfoten und beobachtete das Treiben in der Spelunke. Die meisten Gäste waren ruhig, manch einer sogar zu ruhig, aber solange sie keinen Ärger machten, war das akzeptabel.
Der einzige Tisch mit Lärm war der an welchem..., warum wunderte sie das nicht.., der Dieb saß feucht fröhlich und sicher ein paar Mal zuviel ins Glas geschaut, häufte er beim Kartenspiel einiges an Geld an. Nur um dann den Großteil davon auf dem Boden zu verteilen.

Wie konnte man sich nur so gehen lassen, an einem Ort wie diesen. Die Magierin schnaufte missbilligend, viel mehr war auch nicht drinnen. Den im Grunde ging es sie auch eigentlich gar nichts an.
DIe Verlierer krallten sich den meisten Teil der auf dem Boden gelandet war und verschwanden verärgert wirkend aus dem Gasthaus.
Sie sollten sich nicht so anstellen, hatte sie doch den Großteil wieder, aber Zweibeiner waren schon seltsam, öfters als man glaubt.

Der Dieb hingegen suchte offenbar den Weg zu seinem Zimmer. Na wenigstens ein vernünftiger Gedanke an diesem Abend.


Während der Schattenwolf den Dieb auf seinem Weg hinauf zu den Zimmern beobachtete, fiel ihr plötzlich auf, das sie nicht die Einzige Beobachterin war. Der unscheinbare Gast in der Ecke hatte ebenso seinen Blick auf den betrunkenen Dieb geworfen.

Dem Laut einer knallenden Türe nach gefolgt von einem eher dumpfen Geräusch, schien der Elf sein Bett gefunden zu haben. Auch der seltsame Fremde, dessen Gesicht unter der Kapuze nicht auszumachen war, verschwand irgendwann hinauf zu den Zimmern, vorbei an dem vermeintlich schlafendem Schattenwolf vor dem Kamin.

Nach und nach leerte sich die Spelunke. Wer kein Zimmer hatte verschwand in die Nacht hinaus, und zu guter letzt verschwand auch das Gastwirtpaar um zu Bett zu gehen.

Selbst Lilliana war eingedöst als mitten in der Nacht plötzlich ein verdächtiges Geräusch an ihr Ohr drang und die feinen Sinne des Schattenwolfs alamierten.
Sofort war sie hellwach und ihrem Instinkt folgend schlich sie auf leisen Pfoten hinauf in das obere Stockwerk, gerade rechtzeitig um zu sehen wie eine Gestalt sich in ein Zimmer schlich.

Und es wirkte nicht wie jemand der nach einem nächtlichen Ruf der Natur nur leise wieder in sein Zimmer wollte, nein das sah mehr aus nach jemand der sich absichtlich im falschen Zimmer geirrt hatte.

Ihr Fell sträubte sich und sie schlich näher an besagtes Zimmer, durch einen Türspalt sah sie wie die Gestalt zum Bett schlich und sich über den ihr vertrauten Schläfer beugte. EIne Hand griff nach der Tasche und dann blitze im fahlen Mondlicht plötzlich etwas auf.

Ein Dolch! alamierte und erschrocken registrierte sie die Waffe in der Hand des Fremden und im nächsten Moment schlug die Tür polternd gegen die Wand als ein riesiges schwarzes Fellknäuel herein stürmte und den überraschenden Fremden samt Dolch und Beute polternd zu Boden riss.

Der Lärm schreckte nicht nur den Elf auf welcher betrunken und schläfrig auf das Spektakel in seinem Zimmer blickte, sondern es rief neben anderen Gästen auch das Gastwirtpaar auf den Plan. Welche in Begleitung eines ihrer Hunde erschienen um zu sehen was hier vor sich ging.

Danach ging alles recht schnell. Man fesselte den Verbrecher der bis dahin von dem Schattenwolf auf dem Boden gehalten wurde und führte ihn weg.
Jetzt wo nun alles langweilig wurde, verschwanden auch die restlichen Gäste wieder auf ihre Zimmer.

Übrig blieb nur ein überfordert wirkender Elf der von Müdigkeit und Alkohol übermannt nicht wirklich registriert hatte was da offenbar geschehen war, und nun wieder auf sein Bett sank, und ein schwarzer Schattenwolf der da inmitten von Münzen und irgendeinem alten Stück Pergament stand.

Nun wer weiß wie Rowen reagiert wenn er am Morgen dann mit klarerem Kopf registrierte was des Nachts in seinem Zimmer geschehen war.
Andererseits, bei der Menge die er getrunken hatte würde ein schmerzender Kopf wohl das sein was er zuerst wahrnahm, bevor er die Ereignisse der Nacht nochmal passieren läßt.

Seufzend betrachtete Lilliana den Schlafenden und tat dann etwas, wo sie vermutlich noch am nächsten Morgen darüber nachdenken würde ob es richtig war.



In der Stille der Nacht veränderte sich die Gestalt des Schattenwolfes und machte Platz für eine junge Elfe. Lilli streckte sich etwas und strich ihre Kleidung glatt bevor sie ans Bett hinüber trat.

Ganz zart, kaum spürbar legte sie eine Hand auf seinen Brustkorb, die andere berührte seine Stirn. Ebenso leise und sanft war die Stimme welche in tiefer Überzeugung ein Gebet sprache in welchem sie ihre Worte aufrichtig an Lavinia richtete.
Ein leichtes Leuchten breitete sich von den Händen der Lichtelfe über den Körper des Schlafenden aus, ein sanftes, wohltuendes Licht während sie weiter ihr Gebet der Besserung sprach um seinen Körper von dem Alkohol zu entgiften und den Dieb vor einem üblen schmerzvollen Kater am Morgen zu bewahren.

Plötzlich flackerten die Augen des Schläfers und Lilliana wagte sich nicht zu rühren, selbst als ihr eine dicke Strähne des roten Haares ins Gesicht fiel. Doch Rowen betrachtete sie nur einen Moment lang und dann fielen ihm die Augen erneut zu.
Vielleicht würde er es für einen Traum halten, doch ohnehin war ihr Werk vollbracht und so zog sich die Priesterin von ihm zurück und lächelte leicht.
Im nächsten Augenblick schlüpfte sie bereits wieder in ihre Wolfsgestalt, welche ihr ein Gefühl der Sicherheit gab.

Müde vom langen und durchaus anstrengendem Tag suchte sie sich ein Platz in Rowens Zimmer, dessen aufgebrochene Tür sich nicht mehr richtig verschließen ließ und legte sich nieder.
Den Kopf auf den Pfoten gebettet versank auch der Schattenwolf bald in einen erholsamen Schlaf.
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Re: Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Rowen »

Rowen hatte ja durchaus schon einige seltsame Erwachen nach durchzechter Nacht hinter sich. Doch dieses hier war... in anderer Hinsicht seltsam. Als der Dieb am Morgen schließlich irgendwann aufwachte, wunderte er sich zunächst wo er war und stellte dann umso verwirrter fest, dass er sich eigentlich gut fühlte. Überraschend gut. Abgesehen von ein paar minimalen Kopfschmerzen und gewisser Lichtempfindlichkeit, die aber nichts waren im Vergleich zu dem was man nach so einem Tag erwarten würde. Er... hatte sich doch betrunken, oder? Ja? Nein? Vielleicht? Der Gedächtnislücke zu urteilen ja, aber wieso fühlte er sich dann so... gut? Verwirrt hockte sich der Dieb auf die Bettkante und rieb sich die Augen, während er versuchte sich zu erinnern. Der Großteil des gestrigen Nachmittags verschwand in einem schwarzen Loch, aber hier und da konnte er sich die Bruchstücke zusammensetzen. Da waren so merkwürdige Kerle gewesen, mit denen er Karten gespielt hatte. Ein lustiger Nachmittag, ja. Und offensichtlich hatte Rowen dabei ein wenig zu tief ins Glas geschaut... Hm, naja, kann passieren schätz ich. Mal wieder. Zumindest schienen alle seine Sachen noch da zu sein und er war weder verprügelt noch verhaftet worden, also war es für ihn wohl besser gelaufen als sonst.

Ganz merkwürdige Sachen hatte er da auch noch geträumt, an die er sich auch nur vage erinnern konnte. Als wäre da irgendjemand mit einem Messer in sein Zimmer geschlichen um ihn umzubringen... und da dann festgenommen worden. Sehr merkwürdig. Wer sollte da kommen und mich umbringen wollen? Die die mich kennen sind tot. Oder... woanders... überlegte der Elf träge, bis sein Blick auf die kaputte Tür fiel, die leise hin und her schwang und vor sich hin quietschte. Irgendwie wollte sein Kopf nur ganz langsam wieder seine Funktion aufnehmen. Hm, kaputte Tür... ich glaube, die hat gestern noch nicht so ausgesehen...
Dann hatte Rowen sich das doch nicht eingebildet? Jemand hatte ihn umbringen wollen? Wieso das denn? Vielleicht einer von den Kartenspielern, der sauer auf ihn gewesen war? Möglich. Und sonst würde ihm gerade niemand einfallen. Das Haus hier stand mitten in der Pampa, wer sollte da sonst vorbeikommen? Straßenkinder? Wohl kaum.

Doch der seltsamste Traum war das Gesicht einer hübschen, rothaarigen Elfin, an das sich Rowen merkwürdigerweise noch sehr genau erinnern konnte. Wobei DAS natürlich der größte Schwachsinn war. Warum sollte da irgendeine Elfin neben seinem Bett stehen? Hatte er etwa gestern auch noch...? Hm, nein, ich glaube daran würd ich mich erinnern. dachte der Elf kopfschüttelnd. Kannte er irgendeine rothaarige Elfin und hatte deshalb von ihr geträumt? Hab ich mal was mit ihr gehabt? Nein, oder? Mit einem resignierten Seufzen gab er es schließlich auf und rieb sich nochmal die Augen.

Erst jetzt bemerkte er eine Bewegung am anderen Ende des Raumes und einen wohlbekannten schwarzen Fellhaufen, der es sich dort gemütlich gemacht hatte. Rowen hockte nur weiter auf seinem Bett, sah den Hund verwirrt an und schüttelte dann den Kopf. “Na Wuffel? Auch ne harte Nacht hinter dir?“ begrüßte er das Tier mit matten Tonfall, während er seinen Kopf mit einer Hand abstützte und noch immer verwirrt wirkte. „Ich sollte echt damit aufhören. Hat mir noch nie gtu getan.“ murmelte er undeutlich mehr zu sich selbst. He, aber sieh es positiv. Dir geht’s gut, oder? Wie gings dir denn sonst nach so einem Saufgelage? Auch wieder wahr. Glückliche Fügung des Schickals... oder was auch immer.

Rowen seufzte nochmals und öffnete dann seine Tasche, um zu sehen ob seine Sachen noch da waren. Doch dabei entdeckte er plötzlich einen merkwürdigen, alten Zettel. „Hm, was ist das denn?“ Verwirrt zog er das Blatt hervor, faltete es auf und starrte es angestrengt an. Doch irgendwie wollten die Zeichen und Bilder darauf keinen Sinn ergeben. Rowen war zwar nicht so gut im Lesen, doch das hier? Unmöglich. „Boah... was für ne Sprache soll das sein?“ Fehlanzeige. Er konnte nichts damit anfangen.
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Lilliana
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Re: Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Lilliana »

Gähnend riss sie das Maul weit auf und entblößte dabei zahlreiche spitze Raubtierzähne. Was für eine Nacht. Ihr Blick wanderte hinüber zu dem Elf der offensichtlich auch bereits erwacht war und ein wenig verwirrt auf seinem Bett saß. Seinen nachdenklichem Gesichtsausdruck nach zu urteilen grübelte er darüber bevor er zu ihr hinüber sah.

Er würde doch nicht...nein das war unwarscheinlich, er war doch bereits wieder weggenickt bevor sie sich erneut verwandelt hatte. Und tatsächlich schien der Dieb kein Verdacht zu schöpfen, sofern er sich überhaupt an sie erinnerte. Auf jeden Fall begrüsste er sie und kramte dann in seinen Sachen, wo ein Pergament seine Aufmerksamkeit erregte.

Neugierig gewurden erhob Lilliana sich und trappte hinüber um auch einen Blick auf das Pergament zu werfen. Rowen verstand es offensichtlich nicht und der Magierin war auch schnell klar weshalb, den die Schrift war eindeutig in dunkelelfischer Sprache verfasst wurden. Und das was sie darauf las, behagte ihr nicht.

Abgesehen davon konnte sie es dem Elf ohnehin nicht mitteilen. Nicht ohne ihre wahre Gestalt zu offenbaren, und genau das wollte sie vermeiden. Solange bis sie hoffen konnte das er alle negativen Begegnungen mit Elfen vielleicht vergessen hatte. Und bis sie sich bereit fühlte.

Wie auch immer, vermutlich würde er das Pergament einfach wegwerfen wenn er es nicht verstand, aber was wenn nicht? Dann war es besser er erfuhr aus vernünftiger Hand das dieses Stück oder besser gesagt der Inhalt nichts für ihn ist.

Kurzerhand schnappt sie nach dem Pergament und entriss es sanft aber mit Nachdruck seiner Hand. Dann trappe die Schattenwölfin zur Tür. Wollte sie etwa mit dem Schriftstück auf und davon? Die Antwort kam sofort als Sie stehen blieb und sich nach Rowen umsah, abwarten als wolle sie das er ihr folgt.



Wenigstens musste Lilli nicht lange bitten, der Elf setzte sich tatsächlich in Bewegung und folgte ihr durch die kaputte Tür hinunter in den Wirtsraum.

An der Theke drafen sie direkt auf die Wirtin.

"Guten Morgen, oh na Hallo, zu ihm gehörst du also?"

Begrüßte sie Lilliana herzlich und wande sich dann an Rowen.

"Eine gute Begleitung habt ihr da, Schattenwölfe sind normal nicht so schnell zutraulich, es sind schließlich keine Hunde sondern intelligente wilde Tiere.
Aber diese schwarze Lady scheint sie zu mögen, zumindestens hat sie ihnen die Nacht das Leben gerettet."

Ihr Gesicht wurde ernst und kurz missmutig.

"Seid unbesorgt dieser Kerl wird seine Strafe erhalten. In meinem Haus wird niemand ermordet."

Erst dann bemerkte sie das Pergament in Lillianas Maul und nahm es ihr ab.

"Was hast du den da?"

Ein kurzer Blick reichte und sie wande sich kopfschüttelnd an Rowen.

"Tut mir leid aber das ist dunkelelfisch und so kann ich es leider nicht entziffern."





"Zeigt mal.."

Dreist ergriff eine dunkle Hand nach dem Pergament und der dazu gehörige Dunkelelf überflog es, nur um es im nächsten Moment von sich zu schieben als hätte sich verbrannt.

"Das wollt ihr nicht wissen...."

Unter all den Blicken aber gab er nach und seufzte theatralisch.

"Dies Pergament erzählt von Jyvindar Ishaldar besser bekannt als Bluthand, einem Krieger der aus meinem Volk stammte. Er war gefürchtet. Sein Name kommt nicht von ungefähr, Überall wo er zuschlug hinterließ er neben grauenvollen Morden und Zerstörung auch den Abdruck einer blutigen Hand.

Laut diesem Pergament hat er all die Jahrezehnte ein Teil seiner Beute in einer Höhle verborgen. Dürfte inzwischen also Unmengen sein."

Stirnrunzelnd warf der Elf nun doch einen genaueren Blick auf das Pergament und wirkte dann überrascht.

"Die Karte dazu soll mit sogenannter Mondfarbe aufgezeichnet wurden sein. Mondfarbe ist wie...wie der einfach Töpel sagen würden eine unsichtbare Schrift. Sie zeigt sich, wie der Name schon sagt nur wenn klares Mondlicht darauf fällt."

Kopfschüttelnd blinzelte er.

"Die Blume aus welcher man diese Farbe herstellen kann, wurde seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen, es gibt heute so gut wie keine Mondfarbe mehr, also muss dieses Pergament sehr alt sein."

Das anfängliche Zweifeln dieses Dunkelelf schien wie weggeblasen, zumindestens für den Moment, den im nächsten schob er das Pergament dennoch wie ein Stück brennendes Feuer von sich.

"Das Ding ruft nach Helden auf die es finden sollen, aber warnt gleichzeitig das Bluthand seine Spuren auf den Helden hinterlassen wird und es Tote fordern wird.
Also ein riesen Theater wie gefährlich es ist. Normal würde ich darüber lachen, aber bei Bluthand würde nur ein Narr darüber lachen.

Besser ihr vergesst den Unsinn, zumal ihr nicht ausseht wie ein Einheimischer, warscheinlich verlauft ihr euch eher als das ihr diesen vermeintlichen Schatz auch nur annähernd finde."


Mit den Worten wande sich der Dunkelelf einfach ab und widmete sich seinem Weinglas an einem Tisch im dunkleren Teil der Taverne





Wunderbar nun wusste Rowen was dort stand also konnten sie das Pergament verfeuern oder einem Gelehrten verkaufen und in Ruhe frühstücken.
Abwarten sah sie zu Rowen, er hatte sicher genauso großen Hunger wie sie.

Die Wirtin schien es ähnlich zu sehen, oder sie wollte einfach nur Geld verdienen, immerhin muss sie auch von etwas leben.
Jedenfalls wechselte sie einfach das Thema und fragte Rowen ob er etwas frühstücken möchte.
Rowen
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Re: Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Rowen »

Das Rätsel mit dem Zettel schien sich zu erübrigen, da Bello auf einmal reges Interesse daran hatte und ihm das Ding aus der Hand riss. Rowen zuckte die Schultern. Er konnte sich zwar etwas besseres als Frühstück vorstellen, aber was verstand er schon vom Hundedasein... Zumal Frühstück ein gutes Stichwort war. Der Dieb folgte also seinem pelzigen Mitstreiter nach unten in den Hauptraum.

Dort angekommen blickte Rowen jedoch ziemlich ungläubig drein, als ihn die Wirtin begrüßte und dabei gleich den nächsten Hammer um die Ohren klatschte. „Moment, was ist gestern passiert?“ und ließ sich dann erst einmal erklären, was er in der Nacht wohl verpasst hatte. Also hab ich mir das DOCH nicht eingebildet? Unglaublich. Da war er hier im letzten Drecksloch im hinterletzten Eck des ganzen Planeten und schon in der ersten Nacht wollte ihn irgendwer umbringen. Und nur wegen der paar Münzen die er dabeigehabt hatte. Also wirklich. Was für ein Ort war das denn hier? Das war ja fast so schlimm wie Zuhause!

Als dann noch dieser Dunkelelf auftauchte und ganz dramatisch den Zettel schnappte, nur um ihn danach wieder direkt wegzuwerfen, runzelte Rowen die Stirn. "Das wollt ihr nicht wissen...." „Doch. Nach dem Auftritt schon“, gab der Dieb trocken zurück und sah ihn aufmerksam an. Er zeigte auch keine merkliche Gemütsregung, als der Fremde dann mit seiner Geschichte herausrückte. "Das Ding ruft nach Helden auf die es finden sollen, aber warnt gleichzeitig das Bluthand seine Spuren auf den Helden hinterlassen wird und es Tote fordern wird." „Tja. Trifft sich ja gut, dass ich kein Held bin“, bemerkte der Dieb nüchtern. „Also ist der Zettel verflucht oder so?“ Nachdem er darauf ein Kopfschütteln als Antwort erhielt, zuckte der Dieb mit den Schultern. „Schade. Es gibt Leute die sowas kaufen.“ Aber gut, dann nicht. Rowen faltete den Zettel wieder zusammen und ließ ihn in seinen Taschen verschwinden.

Als sich dann noch die Wirtin zu Wort meldete und Frühstück anbot, sagte der Dieb nicht nein. Es war wohl gut wenn er etwas Geld loswurde, wenn hier schon die paar Münzen irgendwelche Halsabschneider anlockten... Auch Bello sollte dabei nicht leer ausgehen, sondern der Elf zeigte sich ungewöhnlich spendabel und ließ auch für den Fellträger etwas zu futtern bringen. Dann verzog sich der Elf an einen Tisch um in Ruhe zu essen, während er gleichsam seinen Gedanken nachhing und ziemlich abwesend wirkte.

Nach dem Frühstück würde er das Gasthaus verlassen und dann ohne einen Plan oder ein Ziel irgendwo die Straße entlangwandern. Er hatte nicht wirklich einen Plan für sein weiteres Vorgehen. Er würde nur erstmal die Zeit totschlagen bis es dunkel wurde und dann feststellen, ob da tatsächlich unsichtbare Zauberfarbe auf dem Zettel zu finden war, oder ob ihm der Dunkelelf da einen Bären aufgebunden hatte. Und danach... mal sehen.
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Re: Gasthaus "Zur Mitte"

Beitrag von Lilliana »

Zufrieden das sie nun ihren Magen füllen konnte verzog sich die Wölfin vor den Kamin und widmete ihre Aufmerksamkeit dem Fleisch.
Nur flüchtige huschte ein Blick hinüber zu dem Elf der seinen Hunger ebenso stillte, wenn auch nicht so eintönig wie sie.

Nachdem der Dieb beschloß einen Verdauungsspaziergang oder ähnliches zu machen verblieb sie noch eine Weile vor dem wärmenden Feuer bevor es auch sie wieder hinaus trieb.
Ihre feine Nase gab der schwarzen Schattenwölfin auch bereits einen Weg vor...

weiter gehts hier: Bluthands Vermächtnis
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